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Elterninformation Nr. 7 vom 26.11.2009

 

Liebe Eltern,

 

mit dem Schlaun geht es bergauf! Das kann man sogar sehen. Zu Jahresbeginn präsentierte sich die Schule noch mit einem schmuddeligen Eingangsbereich und einer grauen, hässlichen Cafeteria. Der Renovierungstag hat hier eine grundlegende Änderung bewirkt. Herzlichen Dank dafür an den Koordinator Herrn Varnhagen und an alle Eltern, Schüler und Lehrer, die mitgeholfen haben! Die Stadt hat die Cafeteria erweitert, hell und farbig ausgestaltet. An zwei Tagen in der Woche (Montag und Mittwoch) kann das Mittagessen von der Uni-Mensa sogar ohne Vorbestellung eingenommen werden. Ich möchte Sie darum bitten, dass Ihre Kinder verstärkt davon Gebrauch machen, zumal sie das Schulgelände dann nicht verlassen müssen und sich nicht bei Wind und Wetter unbeaufsichtigt in der Stadt aufhalten müssen.

 

Der Fortschritt ist nicht nur äußerlich festzustellen. Auch die Schülerzahl ist gestiegen. Das hat Konsequenzen. Schon zum Sommer gab es am Schlaun eine Neueinstellung, zwei Versetzungen und Mittel für Aushilfskräfte aus einer Sondermaßnahme der Landesregierung. Nun, zum Jahresende, werden wir unter einer großen Bewerberzahl drei neue Kolleginnen oder Kollegen für unsere Schule aussuchen können. Eine weitere Kollegin kommt aus dem Erziehungsurlaub zu uns. Somit werden wir schon zum nächsten Halbjahr die Zahl der Vertretungskräfte deutlich reduzieren können und es wird mehr Kontinuität bei den Unterrichtseinsätzen geben. Zusätzlich wurden dem Schlaun-Gymnasium vier Beförderungsstellen für Oberstudienräte bewilligt. Auch das ist gut für die die Stimmung, denn es zeigt, dass es aufwärts geht.

 

Kurzzeitige Beeinträchtigungen gab es natürlich auch. Die Strom- und Gasversorgung im naturwissenschaftlichen Trakt entsprach nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen. Aber die Stadt hat schnell reagiert. Man hat uns zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt, um alle Arbeitstische mit mobilen Stromversorgungsgeräten auszustatten, so dass wir nun besser ausgerüstet sind als vorher. Die Gaskartuschen sind weniger optimal, aber es ist auch nur eine Übergangslösung. Das Schlaun wurde bei den Mitteln aus dem Konjunkturprogramm in die Gruppe der Schulen eingeteilt, die 2010 renoviert werden sollen. Eine ausführliche Begehung wurde bereits durchgeführt, die Schule musste auch schon angeben, welche Wände zu versetzen sind. Das alles wird uns viel Arbeit bescheren, aber es wird sich lohnen!

 

Das größte Plus der Schule sind aber unsere Schülerinnen und Schüler. Wir hatten nicht nur herausragende Erfolge Einzelner, wie Lisa Schowe und Anja Massolle, die nach dem Bundessieg bei „Jugend Forscht“ kürzlich auch in der Weltliga in Houston, Texas, eine Goldmedaille für ihre Arbeit bekamen. Auch unser Abiturjahrgang hat herausragend abgeschnitten. Bis auf einen Leistungskurs, bei dem wir geringfügig unter dem Landesdurchschnitt lagen, haben wir in allen anderen Leistungskursen besser als der Landesdurchschnitt abgeschnitten. Das Schlaun ist offensichtlich sehr gut!

 

Das sollten wir auch im Hinblick auf das neue Anmeldeverfahren so weitergeben. Denn natürlich wird die eigentlich nicht mehr aktuelle Schließungsdebatte von interessierter Seite wieder aufgewärmt. Wir sollten uns aber nicht verunsichern lassen:

 

  1. Die Raumfrage ist vom Tisch. Das Annette-Gymnasium wurde ausgebaut und alle Gymnasien haben erklärt, sie kämen mit ihren Räumen aus.
  2. Bund und Länder haben zugesagt, den durch den leichten Rückgang der Schülerzahlen erzielten Demographiegewinn im Bildungssystem zu lassen. Man will keine Lehrerstellen abbauen, sondern die Klassen kleiner machen. Dazu werden alle Gymnasien gebraucht. Schon jetzt liegen unsere Klassengrößen über der eigentlichen Richtgröße von 28 Schülerinnen und Schülern.
  3. Sollte sich mit der Landtagswahl die Regierungskoalition verändern, so hätte dies auch vermutlich Konsequenzen für das Schulsystem. Wenn sich dann im Schulbereich das Zwei-Säulen-Modell durchsetzt, mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, wird der Zulauf zum Gymnasium noch größer. Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule wird die Eltern der guten Realschüler zunehmend veranlassen, ihre Kinder ans Gymnasium zu schicken. Dann ist nicht der Abbau, sondern Ausbau der Gymnasien gefragt.
  4. Das Einschulungsalter wird schrittweise herabgesetzt. Dadurch gehen für eine Reihe von Jahren mehr Schüler in die Schule, als dem Altersjahrgang entspricht. Dadurch wird der Schülerrückgang für eine Reihe von Jahren kompensiert. Der Einbruch kommt somit später, nicht in dieser Legislaturperiode des Stadtrates. Politisch ist ein Schließungsbeschluss auf Vorrat nicht sinnvoll, weil niemand sagen kann, welche Schulstrukturen wir in zehn Jahren haben.
  5. Was die Parteien beunruhigt, kann uns beruhigen. Angesichts fehlender klarer Mehrheitskoalitionen im Münsteraner Stadtrat wird sich jede Partei überlegen müssen, ob sie klug beraten ist, Schulen aus eher fiskalischen Gründen zu schließen. Eine jetzt beschlossene Schließung würde sich über mehrere Jahre hinziehen. Dann haben wir aber wieder Wahlen und mehrere tausend Wähler werden wissen, wem sie die Schließung ihrer Schule zu verdanken haben.
  6. Das Schlaun ist eine übersichtliche Schule mit einer überzeugenden pädagogischen Antwort auf die G8-Situation, u. a.  durch das 90-Minuten-Modell. Es vereinigt zusätzlich den Vorteil der kleinen Schule durch die enge Kooperation mit den Nachbarschulen in der Oberstufe mit dem Vorteil der großen Wahlmöglichkeiten.
  7. Eine Reihe von Gymnasien spricht gezielt Schüler mit bestimmten, deutlich erkennbaren Begabungen an. Es gibt aber auch viele Schüler, die noch nicht so klar festlegbar sind. Hätte es beim letzten Anmeldetermin das Schlaun nicht gegeben, wo hätte man unsere Schüler unterbringen wollen? (Das Ratsgymnasium ist eine Ganztagsschule, dies wollen die meisten Eltern nicht. Das Pascal-Gymnasium fängt mit zwei Sprachen an, richtet sich an deutlich sprachlich begabte gymnasiale Kinder und das Gymnasium Kinderhaus liegt für die Schüler aus unserem Einzugsgebiet zu weit weg. Die anderen Gymnasien sind voll.)

 

Wir müssen damit leben, dass der neue Schulentwicklungsplan verschoben wurde und wohl erst nach der Landtagswahl diskutiert wird. Natürlich ist das eine Belastung für unser Anmeldeverfahren. Aber wir haben sieben gute Gründe, zuversichtlich zu sein, und das sollten wir an die Grundschuleltern herantragen.

 

Helfen Sie dabei bitte mit! Dann können wir den Erfolgstrend fortsetzen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Weihnachtszeit und ein in jeder Hinsicht gutes Neues Jahr.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jansen

Schulleiter